ELLINGEN (ley) – Am 5.11.2022 galt es den neuen Jungmeistern in den Räumlichkeiten des Ellinger Schlosses zu ihrem Erfolg zu gratulieren.
"Sie gehören zu den Auserwählten!“ konnte Kreishandwerksmeister Klaus Weber gleich zur Begrüßung zu dieser Premiere bei Klängen einer Abordnung der heimischen Deutschordenskapelle verkünden. Und das Debüt durften nicht wenige feiern, galt es doch coronabedingt diesmal gleich zwei Abschlussjahrgänge (2021 und 2022) zusammenzufassen. Die Krisenlage, die auch im Handwerk erste Spuren zeige, blieb in den Reden bewusst außen vor. Nicht nur des freudigen Anlasses wegen, sondern weil die neuen Meister alles Recht hätten, optimistisch in die Zukunft zu blicken. „Sie selbst sind die beste Antwort auf Krisen wie den Fachkräftemangel“, so der Kreishandwerksmeister. Als Experten, Unternehmer, Führungskräfte und Ausbilder seien die Jungmeister „fit für die anstehenden, anspruchsvollen Herausforderungen.“ Und zudem fürs Hochschulstudium berechtigt. Die Schlagkraft des Handwerks sei an sich beeindruckend. In Mittelfranken-Süd zeigt sie sich derzeit in 3600 Betrieben, 2100 Auszubildenden und zehnmal so viel Beschäftigten. Der bundesweite Umsatz beträgt jährlich eine halbe Billion Euro. Eine Summe, die ein Vielfaches des Abwehrschirms der Ampel-Koalition darstellt. „Das ist für mich der wahre Wumms!“ konnte sich Weber da eine Anspielung auf einen vielzitierten Ausspruch des Kanzlers nicht verkneifen.
Handwerkskammerpräsident Thomas Pirner ging noch weiter: „Ohne Ehrenamt und Handwerk wäre Deutschland ein armes Land“, würdigte er die maßgeblichen Leistungsträger. „Sie haben sich über das normale Maß hinaus engagiert“, lobte er die neuen Meister, die sich neben der Prüfungsvorbereitung auch ihrer täglichen Arbeit, der Familie und so manchem Hobby gewidmet hätten: „Sie sind unsere Zukunft, auf die wir bauen. Wir brauchen Ihre Visionen!“ Dass sie Wirklichkeit werden könnten, dazu trügen viele ehrenamtlich Tätige wie etwa die Prüfer bei, was der Qualitätssicherung diene. Er sei überzeugt, dass das Handwerk aus der Krise gestärkt hervorgehen werde, so Pirner.
Gerade in der Krise beweise das Handwerk seine Stärke, pflichtete ihm der altmühlfränkische Landrat Manuel Westphal bei. Weil es „individuell ausgerichtet ist und über kleinbetriebliche, dezentrale Strukturen verfügt.“ Seitens des Landkreises habe man zur Unterstützung beispielsweise ein Bauforum angeregt. Entschieden trat er dem hartnäckigen Vorurteil entgegen, dass eine akademische besser als eine handwerkliche Laufbahn sei: „Da sind Sie selbst der lebendige Gegenbeweis!“ Er forderte demgemäß dazu auf, mit Selbstbewusstsein den goldenen Boden des Handwerks aufzupolieren.
Statt den bereits erhaltenen Meisterbriefen konnten der Kreishandwerksmeister und sein Geschäftsführer Sebastian Dörr den Meisterabsolventen je eine Laptoptasche als Geschenk überreichen – mit „Werkzeugkoffer 4.0“ als hintersinnige Aufschrift. Er erhoffe sich, dass viele der Adressaten den Innungen beiträten, machte Weber zugleich deutlich: „Ein starker Fachverband ist gerade in unseren schwierigen Zeiten wichtig!“
Quelle: Innung Mittefranken-Süd, Leykamm

