Deine Ausbildung im Maler- und Lackiererhandwerk

Du bist kreativ, arbeitest gern mit deinen Händen und suchst einen abwechslungsreichen Beruf? Dann ist eine Ausbildung im Maler- und Lackiererhandwerk vielleicht genau das Richtige für dich! 

Was macht ein Maler bzw. eine Malerin?

Die Aufgabenbereiche im Maler- und Lackiererhandwerk sind sehr vielfältig. Als Maler und Lackierer verschönerst du Oberflächen in Innen- und Außenbereich und schützt sie vor Schäden. Dafür streichst du Wände, Decken und Fassaden, klebst Tapeten oder bearbeitest Böden. Du kannst aber auch alte Gebäude restaurieren, Wärmedämmung installieren oder mit Leichtsystembau ganz neue Räume schaffen. Dafür nutzen Malerinnen und Maler verschiedene Werkzeuge, Materialien und Techniken. Als Maler bzw. Malerin ist also jeder Tag anders. Langeweile gibt es nicht.

Wer kann eine Ausbildung machen?

Du kannst die Ausbildung mit jedem Schulabschluss machen, ob Hauptschulabschluss oder Abitur. Viel wichtiger ist, dass du diese Eigenschaften mitbringst:

  • Kreativität: Du bist kreativ und probierst gerne neue Farben, Materialien und Techniken aus.
  • Sorgfalt: Du arbeitest gerne genau und bist geduldig.
  • Gute Umgangsformen: Du hast gerne Kontakt zu Menschen und magst Teamarbeit, kannst aber auch selbstständig arbeiten.
  • Flexibilität: Du hast Spaß daran, immer neue Projekte und Aufgaben anzugehen.

Für Menschen aus dem Ausland, die in Deutschland eine Ausbildung machen wollen, gelten möglicherweise weitere Zugangsvoraussetzungen.

Neue Generation Handwerk - Traumberuf Maler

Der Hessische Rundfunk hat die zwei jungen Malertalente Jessica Jörges und Janick Mensinger bei ihrer Arbeit begleitet.

Schau doch mal rein, was sie so berichten.

Was lerne ich in der Ausbildung?

Die duale Ausbildung im Maler- und Lackiererhandwerk dauert in der Regel drei Jahre. In dieser Zeit lernst du, wie du Wände, Decken, Böden und Fassaden von Gebäuden gestaltest. Dafür arbeitest du mit verschiedenen Techniken und Materialien, zum Beispiel: 

  • Farben und Lacke: Du lernst, welche Farben für welche Oberflächen am besten sind.
  • Tapeten: Du lernst, wie man verschiedene Tapetenarten anbringt.
  • Beton & Putz: Du lernst, wie du Oberflächen von Gebäuden beschichten kannst.
  • Dämmstoffe: Du lernst, wie du Dämm-Materialien nutzen kannst, um Gebäude vor Wärme, Kälte, Lärm und Feuer zu schützen.
  • Trockenbau: Du lernst, wie du mit Leichtbausystemen ganz neue Räume erschaffst.
  • Bodenbeläge: Du lernst, wie man Teppich, PVC und Laminat verlegt.

Schon in der Ausbildung kannst du dich auf eine von fünf Fachrichtungen spezialisieren - je nachdem, was dich am meisten interessiert. Welche Fachrichtungen das sind, kannst du hier nachlesen.

Warum bist du Maler bzw. Malerin geworden?

Das haben wir aktuelle und ehemalige Mitglieder des Maler Nationalteams gefragt. Die Antworten findest du hier:

    "Dass es was Kreatives wird, wusste ich schon immer. Nach dem Abi machte ich dann einen Bundesfreiwilligendienst in der Kunsttherapie. Eine Kollegin gab mir dort den Tipp nach handwerklichen Ausbildungsberufen zu schauen. Der Maler- und Lackierer-Beruf sprang mir direkt ins Auge und ich war nach dem Probearbeiten Feuer und Flamme." 

    Anna Hüllner, 23, Baden-Württemberg
    Mitglied des Maler Nationalteams seit 2024

    "Das Malerhandwerk wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Ich bin die fünfte Generation in einem Familienbetrieb mit einer Tradition von 120 Jahren. Darüber hinaus mag ich das Malerhandwerk aber auch, weil wir eine Baustelle vom Rohbau bis zum fertigen Zuhause begleiten. Das macht so kein anderes Gewerk."

    Janick Mensinger, 22, Hessen
    Gewinner einer Exzellenz-Medaille bei den WorldSkills 2024 in Lyon

    "Ich habe schon seit ich klein war, immer viel gezeichnet und gemalt und wollte deswegen immer etwas Handwerkliches lernen. Nach einem Gap Year nach meinem Abitur hat mich dann eine befreundete Malerin von einem Praktikum in ihrer Lehrfirma überzeugt und ich hab mich direkt in das Malerhandwerk verliebt."

    Freya Spitzer, 24, Hamburg
    Gewinnerin einer Exzellenz-Medaille bei den EuroSkills 2023 in Danzig

    "Durch meinen Vater bin ich schon früh mit dem Handwerk in Berührung gekommen. Auf den Beruf „Maler und Lackierer“ bin ich dann auf Ausbildungsmessen gestoßen."

    Lena Sager, 27, Nordrhein-Westfalen
    Mitglied des Maler Nationalteams seit 2023

    "Zum Malerhandwerk habe ich durch meine Mutter gefunden. Durch Renovierungsarbeiten in Eigenleistung habe ich das Malerhandwerk kennengelernt. Die Ausbildung zu beginnen, war dann eher eine spontane Entscheidung. Ich wollte die Arbeiten, die ich bei der Renovierung kennengelernt hatte, weiter erlernen."

    Jasmin Milz, 22, Rheinland-Pfalz
    Gewinnerin der Deutschen Meisterschaft der Maler und Lackierer 2023

    "Ich wusste lange Zeit nicht, was ich beruflich machen möchte. Dann habe ich einer Freundin beim Renovieren geholfen und das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mir danach ein Praktikum in einem Malereibetrieb gesucht habe. Und da bin ich dann hängen geblieben."

    Myriam Rathfelder, 25, Hamburg
    Mitglied des Maler Nationalteams seit 2023

Wie komme ich an einen Ausbildungsplatz?

Wenn du dich für den Malerberuf interessierst, ist ein Praktikum ein guter erster Schritt auf dem Weg zur Ausbildung. Am besten rufst du einmal bei Maler- und Lackiererbetrieben in deiner Nähe an und fragst nach. Der Vorteil eines Praktikums ist, dass du den Alltag in einem Malerbetrieb kennenlernst. Vielleicht kannst du dort im Anschluss auch direkt deine Ausbildung beginnen. 

Wenn du dir schon sicher bist, dass du Maler bzw. Malerin werden willst, dann findest du freie Ausbildungsplatzangebote in unserer Azubi-Börse und der Ausbildungsbörse von #werdeMaler.

Bewerbungstipps entdecken

 

Wo kann ich mit einer Ausbildung als Maler bzw. Malerin arbeiten?

Als Maler bzw. Malerin steht dir die (Arbeits-)Welt offen. Deine Jobchancen und Zukunftsaussichten sind sehr gut.

Du kannst nach der Ausbildung direkt in einem Malerbetrieb und in unterschiedlichen Bereichen arbeiten: im Neubau, Modernisierungen und Renovierungen von Gebäuden oder in der Denkmalpflege. Deine Baustellen reichen von kleinen Aufträgen bei Privatkunden bis hin zu großen Neubauprojekten - je nachdem welchen Schwerpunkt dein Betrieb hat.

Viele Malerinnen und Maler entscheiden sich nach der Ausbildung auch dazu, sich weiterzubilden, zum Beispiel in Meister- oder Technikerschulen. Oder sie gehen später eigene Wege und gründen ihr eigenes Unternehmen.

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Deine Ausbildung auf einen Blick

Zugangsvoraussetzung:Hauptschulabschluss oder höher
Ausbildungsdauer:3 Jahre - Verkürzung möglich (z. B. für Abiturienten)
Ausbildungsart:Duale Ausbildung
Ausbildungsbeginn:1. August oder 1. September - aber auch individuelle Absprachen möglich
Spezialisierung:du kannst dich für eine von fünf Fachrichtungen entscheiden
Arbeitszeit:maximal 40 Stunden pro Woche
Ausbildungsgehalt:ab 900 € bis 1.150 € je nach Ausbildungsjahr
Gesellenprüfung Teil 1:am Ende des vierten Ausbildungshalbjahrs
Gesellenprüfung Teil 2:am Ende der Ausbildung
Abschluss:Gesellenbrief 

FÜR INTERESSIERTE UND AUSZUBILDENDE

Welche Unterstützungsangebote gibt es im Rahmen der Ausbildung?

Du hast Probleme eine Ausbildung zu finden oder hast bereits eine Ausbildung abgebrochen? Oder du weißt nicht genau, welche Ausbildung am besten zu dir passt? Wir haben für dich eine Übersicht mit zahlreichen Unterstützungsangeboten zusammengestellt. Schau doch mal rein!

Auch für Betriebe und Ausbilder gibt es diverse Angebote, um den Ausbildungserfolg zu erhöhen.

STUDIUM TRIFFT PRAXIS

Duale und triale Studiengänge

Du hast (Fach-)Abitur oder die Fachhochschulreife und willst aber etwas Praktisches machen? Dann ist ein duales bzw. triales Studium vielleicht etwas für dich. Damit bekommst du die Möglichkeit, gleichzeitig eine Ausbildung zu absolvieren und zu studieren. Mit dem Abschluss des dualen Studiums besitzt man eine abgeschlossene Berufsausbildung im Handwerk sowie einen Bachelorabschluss. Beim trialen Studium kommt der Meistertitel noch hinzu.

Eine Auswahl an dualen und trialen Studiengängen haben wir für dich hier zusammengestellt - am besten informierst du dich aber direkt bei den Hochschulen: 

  • Studiengang BWL - Handwerk | DHBW Stuttgart: Wer vor diesem Studium bereits eine Gesellenprüfung bestanden hat, kann nach dem Studium die Meisterprüfung machen und wird dabei von einigen Teilen befreit. Die Ausbildung ist aber nicht in das Studium integriert.