Fachexkursion des Bay. Landesinnungsverbandes des Maler- u. Lackiererhandwerk nach Marokko

Eine wirklich unglaublich erfahrungsreiche und schöne Reise, die bei allen starke Eindrücke und Gefühle hinterlassen hat

Auch in diesem Jahr fanden sich 27 interessierte Mitglieder unseres Verbandes zur Fachexkursion zusammen. Schon am Flughafen wurden die ersten „Wiederholungstäter“ begrüßt. Der Flug von München über Paris nach Casablanca war ohne Zwischenfälle, außer der Suche nach dem Gate zum Weiterflug (am anderen Ende des Flughafens) in Paris. In Casablanca angekommen wurden wir von unserem Guide Mohamed in perfektem Deutsch begrüßt und auch gleich über den weiteren Verlauf des heutigen Tages informiert. Die Fahrt zum Hotel, auf gut ausgebauten Straßen, aber teils mit
„eigenwilliger“ Fahrspuraufteilung , verschaffte uns erste Eindrücke von diesem Land. Nach dem Einchecken im Hotel sowie dem Abendessen, musste der „Absacker“ leider ausfallen, da die Bar bereits „leergetrunken“ war. ( Hotels brauchen eine Genehmigung zum Ausschank von alkoholischen Getränken)

Am nächsten Morgen sind wir bereits früh zur Besichtigung der Hassan II Moschee aufgebrochen. Die gesamte Anlage war schon imposant anzusehen mit einem 208 m hohen Minarett sowie einer Innenfläche von 20.000 m² für 25.000 Gläubige innen und 80.000 auf dem Vorplatz. Die Innenausstattung mit Stuck, Mosaiken, und Schnitzereien an Decken und Wänden zeugen von den außergewöhnlichen Fähigkeiten der Handwerker. Im UG der Moschee ist ein Hamam für die rituellen Waschungen von allerfeinster Qualität gebaut. (Frauen u. Männer natürlich getrennt) Weiter ging´s nun Richtung Rabat, der Hauptstadt Marokkos. Auf der Fahrt waren wir überrascht von den landwirtschaftlichen Flächen neben der sehr gut ausgebauten Autobahn. In Rabat konnten wir den Königspalast von außen, sowie das Mausoleum der verstobenen Könige besichtigen und waren wieder vom handwerklichen Können der Marokkaner beeindruckt. Mosaike in feinster Ausführung und kleinteilige Schnitzereien und Stuck auf Großflächen der Decken und Wände. Von diesem Platz aus konnte man auch die moderne Stadt, das neue Theater; in Form eines Cobra-Kopfes sowie den höchsten Hotelturm der Stadt sehen. Nach einem Mittagessen an der Hafenpromenade ging´s weiter nach Fes, der alten Königstadt. Nach dem Einchecken und dem abwechslungsreichen Abendessen im Hotel gab´s den obligatorischen Absacker, da wir die Infos und Erlebnisse des vergangenen Tages nochmals reflektieren mussten.

Nach einem reichhaltigen Frühstück war heute der 1. Teil der Fachexkursion angesetzt. Unser Guide Mohamed hat uns vorher zu einer Aussenbesichtigung des Königspalastes sowie durch das morgendliche, ruhige Fes geführt, da die Firma „MORE Zollige“ uns erst ab 10.00 Uhr empfangen konnte. Die Fahrt von der Stadt über neu angelegte Straßen und Stadtteile war für uns überraschend, genau wie der „überall“ herumfliegende Müll im gesamten Umfeld. Die größte Überraschung, ja fast Schock kam als wir auf das „Industriegebiet“ zufuhren. Dichtester Qualm, Schotterstraße, Berge von Müllsäcken mit ??? Inhalt. Dann, Arbeiter in kurzen Hosen die in Sumpflöchern Ton mit den Händen mischten, den gestockten Ton in Holzformen klopften, und mit Schablonen nachschnitten bevor diese zum Brennen auf die andere Straßenseite gebracht wurden. In der Lagerhalle, viele junge Mitarbeiter die „Norm Mosaike“ auf Gewebeträger klebten (mit lösemittelhaltigem Kleber) und in einer für undurchschaubaren Lagerlogistik das ganze Versandfertig machten. Im Anschluss besuchten wir die „Brennerei“, 4 Eiförmige Öfen, auf Podesten, von unten befeuert (womit ???) eine Person die im Ofen die Fliesen stapelt und über den Kamin aussteigt. Das Farblager für die Glasur wäre in Europa so nicht möglich gewesen. (Offene Fässer ohne Auslaufsicherungen usw.) Jetzt haben wir die Ursache der schwarzen Rauschsäulen entdeckt, das Anfeuern der Öfen mit allem Möglichen; Holzresten, Kunstoffabfällen 
und halt alles was Hitze macht. Die Rauchsäulen waren bei der Weiterfahrt zum Westturm der Stadt Fes noch lange zu sehen.

Vom Turm hatte man einen schönen Blick auf die Stadt. Weiter ging es zu der Firma, die aus den bunten, formatigen Fliesen, die feinen Mosaike klopft und diese für Wandflächen, Tischplatten oder Wandbrunnen gestaltet. Das Firmengebäude höherer Standard, die Werkstätten sauber, junge Leute die Töpferarbeiten sowie die Bemalung ausführten. Allerdings waren wir überrascht, das am Boden sitzende/kniende Männer alle (Puzzelteile) von Hand aufgezeichnet und die verschiedenen Formen mit Spalthämmern zugeschlagen haben. Die Mosaike wurden dann, auf der Vorderseite liegend, in einen Rahmen gefasst, mit Mörtel rückseitig verklebt. Der Mosaikleger sieht erst nach der Trocknung, wenn er das Mosaik drehen kann ob er richtig gelegt hat. Allerfeinste Handwerkskunst trotz der teils fragwürdigen Arbeitsbedingungen. Jetzt kam für unseren Guide die größte Herausforderung, mit 27 Personen ohne Verlust, durch die Souks von Fes zum Mittagessen in dem gebuchten Lokal anzukommen. Er hat sich einen ortskundigen Führer engagiert, der immer nachgezählt hat ob die Gruppe nach jeder Abzweigung noch vollzählig ist. Es war beindruckend, verrückt, unglaublich, ja verwundert wie verwinkelt, wie unterschiedlich die Geschäfte waren. Vom Nähfaden bis zum tollsten Kleidungsstück, vom Kupferschmied bis zum Lederhändler, einfach Alles auf kleinstem Raum zu finden, wenn uns nicht gerade Lastkarren, Mopeds oder sonstige überbreite Transporte entgegenkamen. Wir sind dann ohne Verluste im Lokal angekommen, nächste Überraschung, alles sehr sauber, an den Wänden feinste Mosaiken und Stuckarbeiten, geschnitzte Deckenverkleidungen, und ein tolles 3 Gänge Menü. Hätten wir mitten in den Souks so nicht erwartet. Weiter durch die Souks zur Besichtigung der Koranschule. Auch da wieder feinste Handwerkskunst und viel Information zum Leben in der Koranschule. Danach zu einer Weberei und Tuchhandel mit viel Info zu Stoffen und deren Verwendung sowie Spaß bei der kleinen Verkaufsveranstaltung. Bei den Kupferschmieden und Kesselflickern vorbeigeschaut, weiter zu den Gerbern die man schon von weitem roch. Beim Eintreten in die Gerberei wurden Minzzweige gereicht, da der Geruch nur was für „Abgebrühte“ ist. Einen Arbeiter hat man noch gesehen der mit kurzer Hose in einem der vielen Bottiche das Leder getreten hat. Zum Ausgang durften wir durch die Geschäftsräume des angegliederten Lederhandels wieder an die frische Luft. (soweit man das so nennen kann) Genug für heute, zurück ins Hotel etwas relaxen und dann zum Abendessen und dem anschließenden Absacker. 

Am nächsten Morgen um 7.30 Uhr mit gepackten Koffern in die Lobby und zum Frühstücken Abschied nehmen vom beindruckenden Fes und weiter Richtung mittlerer Atlas, an grünen Äckern, Apfelplantagen und sonstigen landwirtschaftlich genutzten Flächen nach Midelt, einer ehem. Bergbaustadt die jetzt eine kleine Eliteuniversität beheimatet und als Stützpunkt der Marokkanischen Armee dient. Außergewöhnlich ist die alpenländische Bauform aller Gebäude (mit Giebeldächern) Hier ist auch ein kleines Skigebiet in dem auch die Berberaffen ihre Heimat haben. Bei einem kurzen Stopp wurden wir sofort, mit der Hoffnung auf Fütterung, begrüßt. Zwischenzeitlich änderte sich wieder die Landschaft, die immer karger wurde, am Straßenrand nun Stampflehmhäuser in den unterschiedlichsten „Zuständen“, Weideflächen mit Schafen u. Ziegen. Auch das Hügelland änderte sich, teils farbig aufgeschichtete Erdschichten, dann wieder Baumbepflanzungen und dann unerwartet eine Oase, die wir dann als Picknickplatz nutzten. Mohamed hatte unterwegs Brot, Wurst, Gemüse, Obst und einen Anis Schnaps besorgt. Außer uns waren auch noch viele Kinder mit Familien dort, die auch rasteten und in den Wasserläufen badeten. Alle haben mitgeholfen die von Mohamed gekauften Lebensmittel zu schibbeln und als Büfett aufzubauen. Das von uns nicht verzehrte Obst, Wurst und Gemüse haben wir den Kindern überlassen.

Kaum im Bus, fuhren wir in eine Starkregenfront, hier konnte man erkennen wie schnell die Wüste überschwemmt wird und reißende Fluten entstehen. Die Straße führte uns durch eine Schlucht, entlang des Ufers des „Flüsschens“ an Stampflehmhäusern die von Palmen umgeben wie Oasen wirkten. Überall wo Wasser ist, ist es grün, bewachsen und „orientalisch“ Idyllisch schön. Im Hotel in Erfoud angekommen, fuhren wir nach dem Einchecken mit Geländewägen ca. 30 km zu den Ausläufern der Westsahara. Die Fahrt dorthin war ein besonderes Erlebnis. Im Stadtverkehr wird
gefahren wo Platz ist. Der Schnellere hat recht, die Hupe im Dauereinsatz, die Baustellabsicherung nicht vorhanden, also nix für Fahranfänger. Nach der Stadtgrenze waren die Sanddünen schon von weitem erkennbar, dort angekommen teilten wir uns auf die bereitstehenden Kamele (Dromedare) auf, und ritten dem Sonnenuntergang entgegen. Leider nicht ganz, da Wolken den Moment etwas eintrübten. Aber trotzdem eine tolle Abendstimmung und auch eine Erfahrung für uns, wie sich ehemals die Karawanen über die Sandwüste kämpften um Handel zu betreiben. Nach vielen Fotomotiven und Handel mit den Kamelführern fuhren wir zurück ins Hotel zum Abendessen, bei dem wir mit Mohamed den nächsten Tag besprachen und den „Absacker“ dann in „Sundowner“ umgewidmet haben.

Nach dem Frühstück ging´s dann in eine Firma, die Natursteine und Fossilien aus der Westsahara bearbeitet und verkauft. Mit einigen kleinen Souvenirs im „Handgepäck“ fuhren wir über ein Wüstenplateau Richtung Tinghir. Wir wunderten uns über die „Erdhügel“ die sich flächig gegliedert neben der Straße erhoben. Bei einem Stopp dann die Auflösung, das war Aushub von den unterirdisch gegrabenen Wasserläufen zu Bewässerung von Feldern. Jetzt trocken, und für Touristen zugänglich.(sehr kühl da drinnen) Als nächstes dann die Todra-Schlucht. Wir waren von den teils 300 m hohen Felswänden, und der stellenweise nur 10 m breiten Durchgang beeindruckt. In der Schlucht, trotz der Enge, Händler, parkende Autos, Familien beim Picknick, badende Kinder, sowie natürlich auch Gegenverkehr. (keiner regt sich auf, ist halt so). Weiter dann Richtung Quarzazate, ins Dadestal mit Berbersiedlungen und Oasengärten. Nach einem Fotostop über dem Tal, haben wir dann festgestellt dass 2 von der Gruppe fehlten. Aber Dank Handy und dem Können unseres Fahrers (mehrfach tolle Wendemanöver mit dem Bus) wurden die Beide wieder aufgenommen. Unser Mittagessen war heute, Zicklein , eine Marokkanische Spezialität, allerdings nicht jeder Mann´s/Frau Sache. Wir sind dann mit einem Führer in die Oase (Flussbett) gegangen um die dort angebauten Feldfrüchte, Gemüse u. Dattelpalmen sowie das Bewässerungssystem anzuschauen. Die teils verfallenen Lehmhäusern in der Oase werden immer noch bewohnt oder als Lager genutzt. Weiter dann über die Passhöhe Tizi-n-Taddert , der Großoase Skoura vorbei zum Eddabi Stausee (zur Stromgewinnung) und immer wieder der Blick auf das Bergmassiv des Djebel Saghra sowie auf der anderen Seite die Berge des Hohen Atlas. Auf der Strecke mussten wir des Öfteren die Straße verlassen und durchs Flussbett oder über Behelfsstrecken fahren, da die Starkregen des letzten Jahres Brücken oder Straßenabschnitte weggerissen haben. An der Hotelanlage angekommen, die erste Frage wo wird das Finalspiel der „Bayern“ übertragen, dann erst wo gibt’s Abendessen und Frühstück. Die Hotelanlage war schön, das Spiel der Bayern leider weniger. Vor dem Zubettgehen noch Trost-Drink an der Poolbar.

Heute ging´s gemütlich los. Nach dem Frühstück, Koffer einladen und einsteigen, aber schon kurze Zeit später haben wir noch für einen Fotostop an den Atlas Studios Halt gemacht. Da wir ja auf der Straße der Kasbahs unterwegs waren ist es natürlich Pflicht, in Ait Benhadduo, der historischen Kasbah, in der Filme wie „Gladiador“ gedrdeht wurden, einen Besuch zu machen. Aber auch hier trotz der engen Gassen u. Wege, Händler und Souvenirs überall. Wer bis nach oben gelaufen ist, wurde mit bester Fernsicht belohnt. Auch hier ein Bewässerungssystem, das Wasser über kleine Kanäle in die Kasbah leitet. Jetzt ging es weiter auf den höchsten Pass „Tizi-nTichka“ , 2260 m hoch und über eine gut ausgebaute Straße (sofern sie nicht weggespült war) bergab, weiter nach Marrakesch. In tieferen Lagen (Haouz-Ebene) dann wieder grüne Landschaft mit Obst-Getreide- und Weinanbau. Den hohen Atlas im Rücken fuhren wir auf Marrakesch zu. Unser Hotel, Adam Park, etwas außerhalb, aber direkt an der Zufahrtsstraße. Heute machten wir noch eine kleine Programmänderung und haben schon um 18.00 Uhr zu Abend gegessen um anschließend mit Pferdekutschen in die Innenstadt auf den „Platz der Gaukler“ zu fahren. Das war Erlebnis Pur.

Vierspurige Straßen mit Pferdkutschen, Autos, Bussen und unendlich vielen Mopeds, von der Geräuschkulisse und den Gerüchen ganz zu schweigen. Vorbei ging´s an der Stadtmauer, den Nobelgeschäften und Hotels der Innenstadt über Kreisverkehre und enge Gassen zum Ziel. Dann Eintauchen in das orientalische Markttreiben mit Obst-, Nuß-, Gemüse-, Safthändlern und mit Henna malenden Frauen. An Ess-Ständen, gekochte Hammelköpfe, Schnecken oder für uns undefinierbare Speisen. Die tanzenden Beduinen, die Affen Dressierer oder Schlangenbeschwörer am Abend zu erleben, die Stimmung zu fühlen, einfach „phänomenal“ Mohamed hat uns dann im Café Paris auf die Dachterrasse zu einem Pfefferminztee eingeladen, um den Platz von oben zu sehen. Nachdem wir mit Großraumtaxis wieder im Hotel angekommen sind mussten diesmal 2 Absacker zur (Verdauung) getrunken werden.

Am Morgen nach einem sehr guten und ausgiebigen Frühstück sind wir in die Innenstadt gefahren. Als erstes ein Besuch der Saadier Gräber und der Koutoubia Moschee standen auf dem Programm. Leider waren hier immer noch die Spuren des Erdbebens von 2024 zusehen so dass Vieles gerade Baustelle oder gesperrt war. Trotzdem, alles was zugänglich war, zeugte wieder vom außergewöhnlichen Können der Marokkanischen Handwerker, vor allem unter den minimalen Arbeitsschutz und den geringen technischen Hilfsmitteln, die zur Verfügung stehen. Im Anschluss gingen wir in eine „marokkanische Naturheilapotheke“ Die Inhaberin hat uns Ihre Produkte in einem sehr schwungvollen Vortrag erklärt. Natürlich konnte man verschiedene Produkte auch sofort testen, oder sich massieren lassen. Nachdem alle bestens versorgt waren sind wir durch die Souks zum Bus gelaufen um noch im Bahia Palast vorbei zu schauen. Hier gab es wieder tolle Räume und Gebäude zu sehen, sofern diese schon restauriert waren. Wir sind dann zu einem kleinen Lokal gelaufen um Mittagspause zu machen. Es ist schon verrückt auf wie wenig Platz man ganze Busse verköstigen kann. (In Europa hat ein Käfighuhn mehr Platzanspruch) Nach dem Essen hatten wir auch noch Zeit die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden, was alle ausgiebig taten, da fast jeder mit Tüten bepackt zum Treffpunkt kamen. Anschließend konnten wir entscheiden ob wir ins Hotel zurückfahren oder in der Stadt bleiben wollten. Wer mit ins Hotel fuhr konnte sich dann am Pool erholen. (mit Bar Service). Der Pool war im ersten Moment mindestens genauso „erfrischend“ wie das kühle „Casablanca“ Bier. Nach dem Abendessen noch ein Absacker in der Bar.

Nach dem Frühstück sind wir zu unserer zweiten Fachexkursion gefahren. Die Fahrt auf gut ausgebauten Vorstadtstraßen (mit dem Gebirge im Hintergrund) zum Handwerkerviertel war sehr abwechslungsreich. Um in die Straße einzufahren, musste der Bus erstmal wenden, dann der Empfang durch die Prokuristin und den „Vertriebschef“ mit einer kleinen Führung durch die „offene Werkstatt“ der Mitarbeiter und Haustiere (Hühner- Katze usw.), dann Wechsel auf die gegenüberliegende Straßenseite zur Schulungswerkstatt. Hier wurden wir mit frischem Tee und sehr gutem Gebäck nochmals begrüßt. Der „Vorführmeister“ hat uns dann das Erstellen einer Tadelakt-Technik erklärt, während er diese zeitgleich auf einer Tonfliese ausgeführt hat. Jetzt hat jeder Teilnehmer eine Schürze, Tongefäß, Handschuhe und vorbereiteten Tadelakt Mörtel bekommen und durfte „losschmieren“, sagte Mohamed. Mit fortlaufender Übung und Tipps vom Meister haben alle ihre Gefäße fertiggestellt um diese dann nach Hause mitzunehmen. Da wir während des Workshops auch Trocknungszeiten abwarten mussten, haben wir natürlich in die Werkstätten der benachbarten Handwerker geschaut. Das muss man gesehen haben, von Europäischen Standards, Jahrhunderte entfernt, aber Qualität vom Feinsten. Nach dem Workshop sind wir zum Hotel gefahren. An unserem letzten Abend in Marrakesch sind wir nochmals in die Stadt zu einem orientalischen Abendessen gefahren. Schon beim Eintritt in das Lokal wurden wir mit orientalischen Klängen begrüßt und durch die Halle in einen oasenartigen Innenhof geführt. Nach der Getränkebestellung wurde zeitgleich an allen Tischen die umfangreiche Vorspeise serviert. Jeder Tisch hatte einen Kellner der sofort reagierte wenn ein Glas mal leer war. Etwas überraschend war die 2. Vorspeise, ein im Mandelmantel gebackenes Fleischgericht. Der Hauptgang wurde traditionsgemäß im Thangir serviert, Geschmortes Fleisch und Gemüse. Bevor die Nachspeise gereicht wurde, haben uns zwei Bauchtänzerinnen unterhalten, einige von uns durften „spontan“ mitmachen. Der ganze Abend wurde von zwei Musikern begleitet. Nachdem die Nachspeise traditionell sehr süß war, haben wir im Anschluss noch mal einen kurzen Bummel über den Marktlatz gemacht um uns für die morgige Rückreise mit Proviant (Nüsse, Obst) zu versorgen. Im Hotel ein später Absacker um dann morgens um 3.30 Uhr zum Flughafen zu fahren. Die Abfertigung in Marrakesch war problemlos, lediglich die Franzosen wollten wieder alles genau kontrollieren. Pünktlich in München gelandet, S-Bahn erwischt und der Zug stand auch schon Abfahrbereit im Bahnhof. Eine wirklich unglaublich erfahrungsreiche und schöne Reise die bei uns allen starke Eindrücke und Gefühle hinterlassen hat ging hiermit zu Ende.

Bis zum nächsten Mal!

Hans-Dieter Floth für den LIV des Bayerischen Maler- und Lackiererverbandes

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