"Ihr seid die Zukunft" - Maler- und Lackiererinnung Westlicher Bodensee spricht Nachwuchs frei

Nach drei Jahren Ausbildung feiern die Jungesellinnen und Junggesellen ihren erfolgreichen Abschluss - Obermeister Udo Schuler und Kreishandwerksmeisterin Marilena Mangili würdigen die Leistungen des Nachwuchs.

Die bei der Feier anwesenden frisch gebackenen Gesellinnen und Gesellen der Maler- und Lackiererinnung Westlicher Bodensee mit Kreishandwerksmeisterin Marilena Mangili und Obermeister Udo Schuler

Die Innungsbester des Jahrgangs v.l.n.r.:

Benjamin Bonauer, Janina Schweikart und Tim Lutz mit Kreishandwerksmeisterin Marilena Mangili und Obermeister Udo Schuler

Drei Jahre Ausbildung liegen hinter ihnen: Drei Jahre, in denen die Auszubildenden nicht nur den Umgang mit Pinsel, Rolle und Farbe gelernt, sondern auch handwerkliches Geschick, Kreativität und Durchhaltevermögen bewiesen haben. Am Freitag, 09. Oktober 2026, feierte die Maler- und Lackierer-Innung Westlicher Bodensee in der Gaststätte Barfüßer in Singen die Freisprechung ihrer erfolgreichen Prüfungsabsolventen.

Für Obermeister Udo Schuler war der Abend ein Anlass, zurückzublicken, zu gratulieren und den Blick nach vorne zu richten. Schuler, der selbst seit 26 Jahren einen Malerbetrieb in Gottmadingen führt, weiß, was es bedeutet, einen Handwerksbetrieb durch unterschiedliche Zeiten zu steuern und junge Menschen auf ihrem beruflichen Weg zu begleiten.

In seiner Ansprache machte er deutlich, dass die Ausbildung weit über das Erlernen einzelner Arbeitstechniken hinausgeht. Neben dem fachlichen Können seien vor allem Ausdauer, Eigeninitiative und die Fähigkeit gefragt, eigene Ideen einzubringen. Gerade das Maler- und Lackiererhandwerk lebe von Menschen, die ihr Handwerk verstehen und zugleich Freude daran haben, Räume, Gebäude und Oberflächen zu gestalten.

„Unser Handwerk braucht junge Menschen wie euch, engagiert, kreativ und bereit, Neues zu gestalten!“, betonte Schuler. Mit Blick auf die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschwieg er die Herausforderungen nicht: Unsicherheit, Rezession, steigende Produktionskosten und eine zunehmende Überbürokratisierung stellten viele Betriebe in Industrie und Handel vor große Aufgaben. Im Handwerk gebe es gute Gründe, optimistisch zu bleiben. Qualifizierte Fachkräfte würden gebraucht – und mit ihrem Abschluss hätten die jungen Gesellinnen und Gesellen eine solide Grundlage für ihre berufliche Zukunft geschaffen. Seine Botschaft an den Nachwuchs brachte der Obermeister auf den Punkt: „Ihr seid die Zukunft!“

Ein Handwerk, das mehr leistet als Farbe an die Wand zu bringen

Wie vielseitig der Beruf ist, zeigt sich nicht nur bei der Gestaltung von Innenräumen und Fassaden. Malerinnen und Maler schützen Gebäude vor Witterungseinflüssen, tragen zum Werterhalt von Immobilien bei und sorgen mit geeigneten Beschichtungen für langlebige Oberflächen. Sie beraten bei der Wahl von Materialien und Farben, bereiten Untergründe fachgerecht vor und müssen dabei technische, gestalterische und ökologische Anforderungen miteinander verbinden.

Auch beim Klimaschutz ist das Gewerk gefragt. Die energetische Sanierung des Gebäudebestands, der fachgerechte Einsatz moderner Beschichtungssysteme und die Verwendung emissionsarmer sowie ressourcenschonender Materialien leisten einen Beitrag zu einem nachhaltigeren Umgang mit Gebäuden. Wer Klimaziele erreichen will, braucht deshalb nicht nur neue Technologien und politische Vorgaben, sondern ebenso qualifizierte Handwerker, die diese in der Praxis umsetzen können.

Gesellenbriefe als sichtbarer Lohn für drei Jahre Arbeit

Ein besonderer Moment des Abends war die Übergabe der Gesellenbriefe durch Kreishandwerksmeisterin Marilena Mangili. Mit der Überreichung der Urkunden wurden die erfolgreichen Prüfungsabsolventen offiziell in den Gesellenstand erhoben – ein wichtiger Schritt, der den Übergang von der Ausbildung in das Berufsleben markiert.

Mangili zeigte sich stolz auf den handwerklichen Nachwuchs und gratulierte den jungen Fachkräften zu ihren Leistungen. Drei Jahre hätten sie in den Ausbildungsbetrieben und in der Berufsschule auf diesen Tag hingearbeitet. Hinter dem Abschluss stünden nicht nur Prüfungen und fachliche Anforderungen, sondern auch viele Stunden des Übens, Lernens und Durchhaltens.

„Ihr gebt unserer Welt Farbe, Struktur und Schutz. Kurz gesagt: Ohne euch wäre das Leben grau und ziemlich ungemütlich“, sagte Mangili. Mit diesen Worten unterstrich sie, welche Bedeutung das Maler- und Lackiererhandwerk für den Alltag der Menschen hat – und wie viel Fachwissen und Verantwortung hinter einer Arbeit stecken, die auf den ersten Blick oft selbstverständlich erscheint.

Die Freisprechungsfeier bot damit nicht nur Gelegenheit, die bestandenen Prüfungen zu feiern. Sie würdigte auch die Leistung der Ausbildungsbetriebe und der Berufsschule, die den Nachwuchs auf seinem Weg begleitet haben. Für die frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen beginnt nun ein neuer Abschnitt: mit eigenen beruflichen Perspektiven, neuen Aufgaben und der Möglichkeit, das Handwerk mit ihren Ideen und ihrem Können weiterzuentwickeln.